Nach so langer Zeit, in der man sich dank Interrail-Ticket gemütlich in Züge setzen und einfach drauflos fahren konnte, mit einem festen Ziel vor Augen, das man im besten Fall dann auch zu einer vorgegebenen Zeit erreicht, ist es mal wieder spannend, sich an die Straße zu stellen, auf die Gutmütigkeit anderer Menschen zu hoffen und nicht zu wissen, wo man hinkommt und wie lange man dafür braucht. Bisher haben wir, chauvinistisch wie wir sind, ausschließlich Fahrer männlichen Geschlechts angesprochen, wenn wir an einer Raststätte standen und wurden, hielten wir den Daumen raus, auch nur von eben diesen mitgenommen. Das sollte sich an diesem Tag ändern: Kaum standen wir 10 Minuten mit bekrakeltem Schildchen “A7 - DE” am Europaweg in Groningen, der tatsächlich auf die A7 in Richtung Deutschland führt, hielt ein Wagen an, Besatzung: Mutter, vielleicht Anfang 40 und Tochter, geschätzte 16-17 Jahre alt. Da spielte sich der ein oder andere interessante Dialog ab…

Mutter, mahnend zu Tochter: “Wenn du in Kanada bist, fährst du aber nicht per Anhalter!”
Tochter, offenbar etwas peinlich berührt: “Grmhmjah” oder ähnlich.
Mutter, nach einer kurzen Pause: “Ich habe das ja früher auch gemacht.”
Tramper auf dem Rücksitz: “Ah, jo. Auch längere Strecken?”
Mutter, schelmisch: “Hehe, ja, auch längere, aber meine Mutter wusste natürlich nichts davon!”

Ob das ein versteckter Hinweis für die Tochter oder eher ein unbewusster Kunstfehler war, vermochten wir allerdings nicht einzuschätzen.

Mutter: “Ach ja, als wir euch da eben haben stehen sehen, da sagte meine Tochter direkt: ‘Och guck mal, da stehen Deutsche, die nehmen wir mit!’ Hihi!”
Tochter, vorwurfsvoll: “Das stimmt doch gar nicht! DU hast sofort gesagt ‘lass uns die mitnehmen’ und ich meinte dann nur noch: ‘Sind sogar Deutsche…’”
Mutter, ein wenig aus der Ruhe gebracht: “Hm, ja, kann sein.”

So ging es etwa eine halbe Stunde, bis wir am Rasthof am Grenzübergang standen, zu dem wir freundlicherweise gebracht wurden, obwohl er nicht auf dem Weg der beiden Damen lag, die eigentlich vorher hätten abfahren müssen. Voller Elan zogen wir also los, um einen weiteren Lift nach Bremen zu finden, schließlich lag unser ersonnenes Hauptziel für diesen Tag, Rotenburg (Wümme), recht abseits von der Autobahn zwischen Bremen und Hamburg. “Wer will denn nach Rotenburg (Wümme)?” mag sich der ein oder andere fragen, doch die Antwort liegt auf der Hand: Rotenburg (Wümme) liegt ganz in der Nähe von Scheeßel! “Soso, Scheeßel, was gibt es denn in Scheeßel?!” mag sich auch hier der ein oder andere fragen, doch die Antwort liegt ebenso auf der Hand: in Scheeßel gibt es das HURRICANE Festival, welches von den beiden Trampern von Tag 36 bis Tag 40 besucht werden soll! Außerdem wohnt in Rotenburg (Wümme) die Oma von Sören, die uns äußerst spontan angeboten hat, bei ihr im Garten zu zelten, damit wir nicht in eine Jugendherberge müssen.

Aber erstmal mussten wir dahin. Nach ganzen 3 Stunden an dem Rastplatz, die zäh wie eh und je vergingen und so einige Flüche ertragen mussten, hatten wir, kurz bevor wir in Resignation versanken, doch noch einen letzten Lift nach Bremen Nord. Zwei Arbeiter, die in Rotterdam irgendwas mit Löschaktionen auf irgendwelchen Schiffen zu tun haben und alle zehn Tage die Strecke pendeln. So ganz aufmerksam waren wir dann doch nicht mehr.

Mit dem Zug fuhren wir, unbeschreiblich müde, von Bremen aus eben nach Rotenburg (Wümme), wo wir das Haus von Sörens Oma nach einem kleinen Spaziergang kreuz und quer durch das Örtchen auch erreichten und herzlich empfangen wurden. “Ihr habt doch bestimmt Hunger!” hieß es da nur und schon saßen wir an einem reichlich gedeckten Tisch mit allerlei schmackhaften Nahrungsmitteln, die wir teils schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen hatten. Eine große Auswahl an Brot, Wurst und Schinken, Käse, Obst und Gemüse. Echt genial. Nachdem wir also erstaunlich gut gegessen und uns ein wenig über dies und das unterhalten hatten, wurden wir zu einem kleinen Gartenhäusschen geführt, in dem wir bequem nächtigen konnten, “müsst ja nicht in dem kleinen Zelt schlafen”, bekamen sogar einen Schlüssel, um ins Haus zu kommen und sollten schon eine Zeit fürs Frühstück nennen. Vielen Dank an Sören und Sörens Oma nochmal an dieser Stelle!

Aufgrund mangelnder Aktivitäten in Groningen seitens der Betreiber dieser Internetpräsenz kann zu diesem Tag kein Eintrag mit sinnvollem Inhalt veröffentlicht werden. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Ich wache auf und denke endlich Montag! Endlich bekomme ich meine Karte wieder! Hoffentlich. Nicht das das ein riesiger bürokratischer Akt wird.

Also nach einem Frühstück ohne Essen, nur mit Kaffee, gehts dann los. Um zehn vor eins stehe ich vor der Bank die wie gesagt ja leider erst um 13 Uhr öffnet, naja so konnten wir wenigstens ausschlafen. Als einziges Geschäft in der Straße macht die Bank aber auch wirklich pünktlich um 13 Uhr auf, Aldi, Zeitarbeitsfirma, alle hatten zwar auf dem Öffnungszeiten-Schildchen stehen 13 Uhr aber waren schon offen als ich ankam. In der Bank gabs dann glücklicherweise meine Karte wieder, aber wie …

“Hallo, ich hab Samstag abend meine Karte drauß..”
“Ah ja eine Karte hab ich gefunden!” - “HEY WO HAST DU DIE KARTE HINGETAN” ruft die Dame am Schalter quer durch den Raum einer Kollegin zu - “ZUR POST” …

Also geht sie zu einem Schrank, und öffnet diesen, darin siehts dann nicht ganz so ordentlich aus, ein paar Kisten und in den Kisten wahllos gestapelte Briefe, wies mir scheint.
Naja nach kurzem kramen findet die Beraterin meine Karte unter einigen Briefen begraben; vergleicht die Daten mit meinem Perso und drückt mir beides mit den Worten “Bitte Sehr.” in die Hand.

Naja weiterhin liefs dann auch wie am Schnürchen, nach einem kurzen Aldi-Einkauf gibts ein Frühstück, das aus Schoko-Croissants und einem Apfel besteht. Von Vlissingen Innen”stadt” fahren wir dann also mit dem Bus zum Bahnhof. Nein halt, in Holland streiken die Busfahrer. Wir laufen die zum Bahnhof und fahren nach Groningen. Wobei wir natürlich erstmal in die völlig falsche Richtung laufen, eben die aus der der Taxifahrer uns gebracht hatte … und damit wird uns dann auch klar das dieser sich seinen eigenen etwas längeren Weg ausgesucht hatte.

Auf der ersten Fahrt im Zug fällt uns dann irgendwie auf, das Schoko-Croissants vom Aldi kein wirkliches Frühstück sind und packen deswegen unser ebenfalls erstandenes “Müsli-Brot” aus um dieses zusammen mit Salami zu verzehren.

In Groningen angekommen, fahren wir mit dem Bus zum Campingplatz. Nein halt, in Holland streiken die Busfahrer. Wir laufen also zum Campingplatz (Stadspark) und bauen unser Zelt auf. Wobei es garnicht so einfach ist diesen zu finden, anfangs ist er zwar wirklich gut ausgeschildert aber irgendwie werden die Schilder mit jeder Kreuzung die wir überqueren weniger, bis wir irgendwann an Kreuzungen vorbei kommen wo garkeine schilder mehr stehen, und dann Pausen einlegen müssen, in denen jeder ein Stück in eine andere Richtung läuft um zu sehen obs dort weiter geht. Um 20 Uhr kommen wir dann aber doch am Campingplatz an, dessen Rezeption um 18 Uhr schließt.

Na das wäre ja zu einfach gewesen, anmelden kann man sich aber bis 22 Uhr, also klingeln wir den armen Holländer von seinem Fussballsessel vorm Fernseher weg und checken ein.

Wir haben nichts illegales gemacht!

21:00 Niederlande, Vlissingen, Camping De Nolle
Wir fahren auf den Parkplatz des Campingplatzes. Wir sind da!

11:20 Frankreich, Paris, Gare St. Lazare
Wir entscheiden uns mit dem Thalys weiter nach Bruessel zu fahren und reservieren dafuer im Thalys zwei Plaetze und verstehen, als uns gesagt wird wann der Zug faehrt 12:55 … wir gucken natuerlich nicht nochmal auf das Ticket.

8:50 Irgendwo zwischen Paris und Rouen
Ich hab das 3te Buch durch, “The Unquiet” von John Conolly, und nun?

19:22 Niederlande, Roosendaal
Der Zug haelt endlich da an, wo wir hin wollen.

12:25 Frankreich, Paris, Gare du Nord
Erik fragt mich ob nicht einer von uns nen McDonalds suchen kann, und ich spatziere los um beim McDonalds vorm Bahnhof 2 Big Mac Menus zu kaufen.

8:37 Frankreich, Rouen, Bahnhof
Wir steigen in einen Corail Intercity nach Paris St. Lazare.

13:26 Frankreich, Paris, Gare du Nord
Erik und ich stehen vor dem Bahnhof und beobachten das Treiben der Leute die um uns rumschwirren. Irgendwann wird eine der “Speak English?”-”Gimme some Money”-Karten-Bettlerinen auf uns aufmerksam, tastet sich an. Beschleunigt. Und kommt vor Erik zum stehen.
“do you speak english?”
Erik betrachtet die Frau und antwortet “Nein. Leider nicht.”, zuspaet wird ihm klar, das er das wohlbekannte “The next statement is true. The previous statement is not true.”-shirt traegt.

18:51 Belgien, Essen
Nach einer etwas laengeren Fahrt mit dem Regionalexpress nach Roosendaal, bleibt der Zug mit einer Ankuendigung, von der wir kein Wort verstehen an einem Bahnhof im Niemandsland stehen. Laut der Uebersetzung eines mitreisenden in unserem Abteil wird am Bahnhof dann der Anschlusszug durchgesagt werden. Hah … Das verstehen wir natuerlich auch nicht.

12:55 Frankreich, Paris, Gare du Nord
Ich stehe alleine vor dem 12:55 Thalys, Erik wurde vom Schaffner schnell zum Ticket umtauschen geschickt, leider zuspaet. Denn Erik wird von einem Schalter zum naechsten geschickt. Bis wir dann um 13:00 beide vor dem richtigen Schalter stehen und der 12:55 Thalys schon weg ist. Unser neuer Zug: 14:25 bis Bruessel. 

22:50 Niederlande, Vlissingen, Fortis Bank
Erik und ich verzweifeln daran an den beiden Automaten Geld abzuheben, da diese entweder ausgeben “Vorgang zurzeit nicht moeglich” oder “Bitte Warten …”. In dem mit “Bitte Warten …” steckt meine Karte, die der Automat immerwieder ausspuckt sie direkt wieder einzieht drauf rum liesst um sie dann wieder auszuspucken. Weiterhin steht “Bitte Warten …” auf dem Bildschirm. Also warten wir.
Bis … “Ihre Karte wurde aus sicherheitsgruenden Eingezogen, melden sie sich in unserer Geschaeftsstelle.”
FUCK! … Oeffnungszeiten, Montag: 13:00 … das ist unser Letzter Interrailing Tag, DAMN.

16:03 Belgien, Bruessel, Station Centraal
Direkt nach dem aussteigen aus dem Thalys kommen wir an einer Abfahrts-Anzeige vorbei: Um 16:06 faehrt ein Zug nach Antwerpen. Nehmen wir den.

05:10 Frankreich, Normandie, Fécamp
Aufstehen nach einer Nacht ohne Zelt ist garnicht so einfach. Vorallem wenn man dann nur mit Boxershorts bekleidet in gefuehlter -5 Grad Umgebung aus dem Schlafsack klettern muss, um sich mal eben unter ner heissen Dusche aufzuwaermen. Man schlaeft aber erstaunlich Gut wenn man so im freien liegt, und wenn man denn dann mal wachwird nachts den atemberaubenden Sternenhimmel sehen kann, der durch keinen Schein einer Laterne oder einer nahen Grossstadt getruebt wird.

14:20 Frankreich, Paris, Gare du Nord
Wir steigen in den 14:25 Thalys und los gehts nach Bruessel.

19:17 Belgien, Essen
Der Zweite Regionalexpress (Stoptrein) in den wir einsteigen, der uns dann bis nach Roosendaal bringen soll. Ja genau, er faehrt genau 5 Minuten und haelt wieder an.

17:06 Belgien, Antwerpen, Station Centraal
Ich ziehe los um etwas einzukaufen. Wir haben naemlich nichts mehr was sich irgendwie essen liesse, den Instantkaffee mal ausgenommen. Nachdem ich in einem Supermarkt in dem es mehr Schuhe als alles andere gibt, einer Drogerie, die von aussen eher nach Supermarkt aussah war, lande ich also in einem Kiosk aehnlichen Supermarkt und kaufe, wen wunderts, Spagetti und Ketchup.

12:35 Frankreich, Paris, Gare du Nord
Ich komme vom McDonalds wieder, bepackt mit einer riesen Tuete und Erik haelt mir unsere Tickets unter die Nase: 12:25 Abfahrt … wwwaaaasss???
Wir haben den Thalys also einfach fahren lassen … kann doch nicht sein. Also das Fastfood wirklich fast gegessen und zum 12:55 Thalys geeilt.

20:38 Niederlande, Vlissingen, Bahnhof
Wir nehmen, weil kein Bus mehr faehrt ein Taxi zu einem Campingplatz in Vlissingen. Die fahrt kostet uns zwar 10,10 Euro, aber wir schaffen es so aufjedenfall vor 21:30 zum Platz bevor dieser schliesst. Danke an meine Mutter, die wieder mal einen Campingplatz fuer uns rausgesucht hat.

Ohje, was wird uns heute nur erwarten? Voellig unbeschwert von diesem Gedanken gingen wir heute den Tag an. Waere ja auch bloed, wenn nicht. Von Bordeux (aufstehen um 3:45 Uhr) ging es bis oben nach Fecamp (Ankunft um 19:30), einem Dorf Kaff (Hinfahrt: “Hmm, wir die Strecke hier besteht nur aus einem einzigen Gleis!” Der Point of no return? “Uoah, sind das da links vom Zug alte verrostete Lokomotiven und zerfallene Anhaenger? Damn, wo sind wir hier gelandet?!”, “Krass, KUEHE!”) in der Naehe vom “bekannten” Le Havre in der Haute-Normandie. Aermelkanal. Und da kam uns beiden wirklich gleichzeitig beim routinierten Auspacken unserer Schlafutensilien die Idee: Hey, lass uns einfach ohne Zelt draussen pennen! Das Wetter war optimal (”Ach, die paar dunklen Wolken…”), die ungestoerte Sicht von dem terrassierten Campingplatz auf das Meer und die Felsklippen, die links und rechts die Bucht verzierten, taten ihr uebriges. Und beim Einschlafen wurden wir nur von den Sternen und den unglaeubig dreinblickenden anderen Platzbesuchern angegafft, die sich muehsam mit dem Aufbau ihrer Zelte beschaeftigten. Aber keine Spur von Freitag, dem Dreizehnten.

Ach ja, einen Zwischenstop auf der Fahrt in Paris nutzten wir, um den Tour Montparnasse einzudigitaliseren, damit er fuer kuenftige Generationen festgehalten wird. Leider konnten wir dabei nur ein zweidimensionales Abbild erzeugen, das durch die perspektivische Verzerrung unserer fotografischen Linsen wenig taugt, um einen Nachbau in ferner Zukunft zu konstruieren, sollte die Erde bis dahin durch einen globalen Crash alle menschgemachten Formationen verschluckt haben.

Und beraubt wurden wir auch nicht.

Naja viel passiert an diesem Tag nicht, im Grund Ausschalfen, nen kleinen Stadtrundgang, internet und zurueck.

Zum Abschluss Bordeaux’ wollten wir dann eigentlich noch in eine Brasserie und, da wir ja schonmal in Bordeaux, der Stadt des Weines, sind, ein Bier trinken. Das einzige Problem: Wir sind hier in einem Vorort von Bordeaux und das ist verdammt noch mal aufm Dorf! Hier hat der einzige Schuppen, der so aussieht als wuerde es dort Bier geben schon zu. Tja, dann gehn wir halt mal frueh schlafen. Soll ja am naechsten Morgen um 3:30 schon der Wecker gehen, weil wir den ersten TGV nehmen wollen, der faehrt.

Ankunft um 8:30 in Hendaye kurz hinter der Grenze, ja Hendaye, denn obwohl es uns anders gesagt wurde hielt der Zug dort.

In Hendaye selbst gab es dann bevor es mit dem TGV weiter nach Bordeaux ging sehr sehr gutes Baguette. Ich würde lügen müssen, wenn ich sagen würde, das ich schon besseres gegessen habe. Frisch aus dem Ofen und dann schön zusammen mit Käse am Bahnhof snacken, was will man mehr?

Steckdosen im Zug?  - Und selbst die gab es.

Als wir dann schon um 14:30 am Campingplatz in Bordeaux waren kam uns die Idee, das wir zu unseren Nudeln noch ne fette Tomatensoße machen könnten. Und so folgeten wir der Beschilderung, deren Funktionsweise im Kreisverkehr wur immernoch nicht verstehen, mehr oder weniger im Zick-Zack-Kurs zu einem Supermarkt und packten dann Zwiebeln, Paprika, Hackfleisch und Dosen-Tomaten in unseren Einkaufskorb. - Zurück bei unserem Gaskocher saßen wir also aufn unseren Stühlen und bereiteten das wohl beste Abendessen seit langem vor, Zwiebeln schälen, Paprika würfeln, Nudeln kochen und Soße irgendwie zubereiten und das mit nur einem Topf. So satt, wie wir danach waren waren wir das letzte mal wohl nach dem wir in der ”Floss Lände” in München gegessen hatten.

Nein, und ich wusste auch nicht, warum wir das hätten tun sollen oder eben nicht, aber der 26jährige US-Amerikaner aus San Diego hat mich dann aufgeklärt: “It’s Hitler’s birthday!” Ah, ok. Betretenes Schweigen. “Well, I’ve heard that you shouldn’t come up with Hitler if you’re talking with a German…” Ist vielleicht wirklich nicht das beste “Diskussionsthema” für eine Fahrt in einem Nachtzug von Barcelona nach Hendaye (F, Grenzstadt zu Spanien, an der Atlantikküste). Aber das war damit dann auch erledigt.

Um 22 Uhr verließ der Zug Barcelona Sants, vorher haben wir gemütlich den Tag anlaufen lassen, für 4 € Wäsche gewaschen, diese dann zweimal für je 4 € in einen “Trockner” getan, sie dann resigniert weil immernoch nass in die Rucksäcke gepackt, zum Bahnhof gefahren, da ein bisschen die Zeit verbracht, noch nen kleinen Walk zum Placa Espanya und dem Messegelände gemacht, erfahren, dass in Frankreich gestreikt wird (not again) und der Zug deshalb nur bis Irùn, der spanischen Grenzstadt bei Hendaye fährt, in diesen Zug dann eingestiegen, einen 26jährigen US-Amerikaner aus San Diego kennen gelernt, wurden gefragt, ob wir den 20. April feiern und haben dann noch Schokolade geschenkt bekommen. Danach sind wir schlafen gegangen und doch in einem durch bis Hendaye gefahren.

Keine Ahnung, offenbar hat er halb Barcelona aufgebaut. “Links sehen Sie X, eines der berühmtesten Bauwerke der Stadt, errichtet von Gaudi.”, “Wir fahren nun auf Y zu, Gaudis Lebenswerk.”, “Der Park Z wurde von Gaudi geplant, konnte aber leider nie vollständig fertig gestellt werden…” Aber der Typ hatte es auch ordentlich drauf. Generell ist Barcelona wirklich einen längeren Besuch wert, die vielen Paläste, Parks, Museen und Co. kann man an einem einzigen Tag garnicht alle besichtigen. Darum haben wir uns damit zufrieden gegeben, mit einem Touristenbus eine Tour zu machen und uns anzuhören, was wir alles hätten angucken können, wenn wir aus dem Touristenbus ausgestiegen wären, was wir aber nicht getan haben, weil wir irgendwie zu faul waren und uns gedacht haben, dass das schon passen würde, weil man ja bestimmt nochmal irgendwie dahin kommt und sich dann genau das, was wir verpasst haben, angucken könnte, weil man ja mit dem Touristenbus doch schon einen gewissen Einblick in das Stadtleben bekommt und das doch eigentlich dann auch reicht.

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