Die böse böse Snoozefunktion wird an diesem Morgen wirklich gut genutzt, obwohl wir uns eigentlich vorgenommen hatten um 10 von Sörens Oma loszufahren drücken wir immer wieder auf den schönen kleinen Knopf. Weils einfach so einfach ist weiter zu schlafen bzw. mehr es zu versuchen.

Das war sie also die vorerst letzte Nacht bei Sörens Oma. Wir werden natürlich ziemlich oft darauf hingewiesen, dass wir jeder Zeit wieder kommen können und dann ohne Probleme das Gartenhäusschen in Beschlag nehmen dürfen, egal wann wir kommen. Naja …

Nach 50 Minuten schaffen wirs dann mehr oder weniger aufzustehen und werden direkt von einer freundlich strahlenden Großmutter begrüßt die uns sofort zum Frühstückstisch schickt, um uns Kaffee einzuschenken. Und uns dazu zu bringen doch noch ein Brötchen mehr zu essen, obwohl man doch eigentlich schon längst satt ist. Nach einem weiteren sehr ausgiebigen Frühstück, wie wir es von den Vortagen her kennen gehts danach schnell unter die Dusche, und dann mit Sören, Sörens Großvater und einem recht alt aussehenden, aber doch gut laufendem, “Friede sei mit dir” - Golf zu einem Rastplatz an der A1.

Eigentlich sieht es hier ganz gut aus, finden wir, aber irgendwie auch nicht, wir pendeln mehr zwischen Tankstelle und Rasthaus hin und her als wir es sonst irgendwo getan hatten. Und werden trotzdem immer abgewiesen … irgendwann erbarmt sich ein studierter Maschinenbauer und lässt uns in seinen monströsen 5 Sitzigen amerikanischen Pickup … das ist mal wirklich ein riesiges Auto.

Etwas gewundert hats mich dann allerdings, das neben mir, in Reichweite des Fahrers (ich saß Vorne, Erik hinten), ein nicht gerade kleines Jagdmesser lag. Naja, das war wenigstens näher an mir als am Fahrer, der uns übrigens dafür verachtete, das einer Elektrotechnik und einer Informatik (seiner Meinung nach eine Richtung ohne Aussichten auf einen Job) studierte. Desweiteren war er davon überzeugt, dass man als Student ein Auto besitzen muss, denn nur so kann man überhaupt irgendwas machen, dazu sollte man natürlich in einem Studentenheim wohnen, denn dann braucht man nie aus dem Haus gehn um Party zu machen … wieso er jetzt das Auto brauchte … ka.

Naja raus lies er uns dann an einer Raststätte in der Nähe von Neumünster. Nach Flensburg wollten wir es eigentlich schaffen, was sich allerdings irgendwie als nicht schaffbar herausstellte, denn auch an der zweiten Raststätte hatten wir kein Glück. Zwar waren wir jetzt zuweit von Rotenburg entfernt, als das unser zuvor gefasster Plan, um 18:00 Lassen wir uns von Sören wieder abholen, in Erfüllung aufgehen konnte. Nach dem wir dann also vergeblich diverse Autofahrer angesprochen hatten hielt eine recht junge Frau mit ihrem Fiat. Naja so wie wir sind, hatten wir bisher nie alleine fahrende Frauen gefragt … dies sollte sich ändern als eben diese Frau, zu uns rüber sah und wir uns dann dachten “Hey, fragen wir einfach mal.”. Und siehe da, nach einigen Probleme mit der Rückbank, saßen wir bei Tanja im Auto und fuhren richtung Kiel. Als das Gesprächsthema auf Sehenswürdigkeiten in Kiel kam meinte die Sozialpädagogin, dass sie jedem sagen würde komm zur Kieler Woche wieder dann gibts was zu sehn. Und dann meinte sie, es ist Kieler Woche …

Von Kiel gings dann per Bus in die “nähe” von einem Campingplatz … ganz recht “nähe” denn an der Bushaltestelle stand 1,3km bis zum Camping, das ist doch ein Katzensprung. Nach 1km dann, wie zu erwareten, das Schild 0,3km … und nach 0,3km kein Schild. Nach einem weiteren Kilometer dann das Schild 600m … Tjoa hier muss eine recht seltsame Krümmung des Raumes vorliegen, damit gilt 0,3km > 600m … Aber wir haben ihn gefunden.